Mittlerer Osten

Nicht nur in der heutigen westlichen Welt gilt glatte Haut als Statussymbol. Schon bei den alten Ägyptern strebten die Menschen ein glattes, haarloses Gesicht an. Neben Pasten, die als Enthaarungscremes dienten, wurden vor allem Bimssteine verwendet. Der Stein, mit dem man sich heutzutage die Hornhaut von den Füßen rubbelt, wurde von den Ägyptern benutzt, um die Gesichtshaut zu enthaaren.

Diese Erscheinungen hatten die Ägypter nicht nur der Mode zu verdanken. Eine viel größere Rolle spielte die Hygiene. Denn Keime und Krankheiten verbreiteten sich bei dem in Ägypten vorherrschenden heißen Klima sehr schnell. Um Infektionen zu gut es ging zu vermeiden, entfernten die Ägypter die Haare.

Auch Augenbrauen und Schamhaare wurden bei den Ägyptern entfernt. Forscher fanden Grabmalereien, die Sklavinnen zeigen, die anstelle der Schambehaarung nur mit Schmuck „bekleidet“ sind. Um glatte Haut zu bekommen, nutzen die Menschen damals, neben Bimssteinen, vor allem Bienenwachs oder Messer aus Bronze als Rasierer.

Fadenmethode im arabischen Raum

Im arabischen Raum wurde zur Haarentfernung vorwiegend die Fadenmethode angewendet. Dabei werden die Fäden zunächst über die Finger gewickelt. Mithilfe der Schlaufen, die sich auf diese Weise bilden, reißt man die Haare heraus, wenn die Fäden über die Haut geführt werden.

Noch beliebter war die Enthaarung mit Wachs oder mit Halawa. Diese Form der Haarentfernung soll erstmals im Rahmen von Hochzeitszeremonien entstanden sein. Junge Bräute aus Ägypten, der Türkei oder aus dem Libanon wurden in der Nacht vor ihrer Hochzeit gründlich enthaart. Nur am Kopf und an den Augenbrauen blieben Haare zurück. So sollte die junge Frau zum einen besonders rein wirken, zum anderen sollte dies ein Symbol für den Respekt ihrem Mann gegenüber sein.

Seiten zur Geschichte der Enthaarung