Islam

In der islamischen Religion gilt für die Gläubigen die Regel, dass Sauberkeit und Körperpflege sehr wichtig sind. Ursprünglich heißt es, dass sowohl Männer als auch Frauen alle 40 Tage ihre Körperhaare entfernen sollten. Allerdings enthaaren sich islamischen Frauen meist öfter. Viele tun dies zum Beispiel ein Mal im Monat, direkt nachdem sie ihre Periode hatten.

Für diese religiösen Vorgaben gab es zunächst eigentlich eher hygienische Gründe. Vor allem in trockenen Gebieten, wo die Menschen unter Wassermangel leiden und sich deshalb nicht so oft waschen können, wie sie möchten, ist es aus hygienischer Sicht von Vorteil, die Haare zu entfernen oder zumindest zu kürzen.

Ein Schönheitsideal entsteht

Daraus entwickelte sich im Laufe der Jahrhunderte ein Schönheitsideal. So sollen um das Jahr 1530 Schamhaare in der Türkei verpönt gewesen sein, wie aus alten Aufzeichnungen hervorgeht.

Schönheitspflege war auch bei den Arabern en vogue. In den Badeanstalten, den sogenannten Hamams, kümmerte man sich nicht nur um die Hygiene, sondern rasierte und epilierte sich auch.

Kurz vor ihrer Hochzeit nehmen muslimischen Frauen zum Teil noch heute an Zeremonien teil, bei denen ihnen sämtliche Haare, außer Augenbrauen und Kopfhaar, entfernt werden. Unbeflecktheit und Ergebenheit dem Ehemann gegenüber sollen so symbolisiert werden.

Rusma, eine Paste mit Calciumoxid, wird im Islam oft nach der Haarentfernung auf die Haut aufgetragen. Auf diese Weise soll verhindert werden, dass die Haare schnell wieder nachwachsen. Da das Rusma ätzende Bestandteile enthält, sollen die Haare nach einiger Zeit der Anwendung schließlich gar nicht mehr wachsen.

Die nackte Bikinizone wurde anschließend manchmal noch mit Henna verziert.

Seiten zur Geschichte der Enthaarung